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Weihnachtsmarkt in der "Alten Schmiede" Middels am 09.12.2018

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- Esens schon vorbei.........

Chronik des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Middels


Wir schreiben das Jahr 1951. In der Gaststätte Rahmann in Middels sitzen die Mitglieder der erfolgreichen Schnelligkeitsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Middels Westerloog in fröhlicher Runde. In dieser Runde wird der Gedanke geboren, einen Spielmannszug zu gründen.
Der Sohn des damaligen Ortsbrandmeisters Johann Delmenhorst, Jan Delmenhorst ist von dieser Idee so besessen, dass er in der folgenden Zeit nur noch hierfür Gedanken hat. Er erkundigt sich bei anderen Feuerwehren nach Ausbildungsmöglichkeiten und wird in Aurich bei Franz Mirzaller fündig. Franz Mirzaller, ein Fachmann für Spielmannzüge aus der Zeit des RAD, wurde als Ausbilder angeworben.
Franz Mirzaller wurde dann in der folgenden Zeit abwechselnd von Johann Poppen oder Jan Delmenhorst mit dem Auto, natürlich das Auto der Väter, ein eigenes hatte man damals ja noch nicht, abgeholt. Bei gutem Wetter holt Harm Hinners Franz Mirzaller auch schon mal mit seiner 250-er BMW ab.
Entlohnt wurde Franz Mirzaller nicht nur mit Geld, sondern oftmals auch mit Naturalien, z.B. ein Schwarzbrot aus der Bäckerei Delmenhorst oder wenn geschlachtet wurde bekam er etwas vom Schlachten mit. Viele junge Leute in Middels wollten gerne im Spielmannzug mitmachen, kamen auch einige Male zum üben aber nur wenige blieben dabei und so gründete der harte Kern am 1. Juli 1952 mit 16 Mann den Feuerwehrspielmannszug.

Die Gründungsmitglieder:
Weert Decker, M.-Westerloog Johann (Oki) Janssen, M.-Westerloog
Jan Delmenhorst, M.-Westerloog Werner Janssen, Ogenbargen
Garrelt Eiben, M.-Westerloog Siebo Löschen, M.-Westerloog
Wilhelm Frerichs, Ogenbargen Gerhard Poppen, M.-Westerloog
Hinrich Gerdes, Ogenbargen Johann Poppen, M.-Westerloog
Fooke Gerdes, M.-Osterloog Hinrich Reunitz, Ogenbargen
Harm Hinners, Ogenbargen Göke Rosenbäck, M.-Westerloog
Jauke Janssen, M.-Westerloog Lübbo Stekker, Ogenbargen

Hatte man bis dahin auf Stühlen und Tischen das Trommeln durch zusehen und mithören gelernt, so mussten jetzt Instrumente gekauft werden auf denen man richtig trommeln konnte. Jan Delmenhorst bestellte am 27. Juli 1952 bei der Firma Oberpottkamp in Hannover sechs Marschtrommeln à 95,00 DM, sieben Paar Trommelstöcke à 6,85 DM und sechs Kreuzschulterriemen à 6,00 DM. Die ersten Pressstoff-Querflöten kosteten 6,80 DM.
Am 2. September 1952 wurden die ersten Notenhefte für 1.Flöten bestellt. Am 10. Oktober 1952 waren die ersten Schlagfelle der Trommeln schon geplatzt und es mussten neue bestellt werden.
Die Freiwillige Feuerwehr Middels stellte einen verlorenen Zuschuss zur Verfügung und an Feuerwehrmitglieder wurden Aktien verkauft, die in späteren Jahren, wenn Geld in der Kasse war, zurückgekauft wurden. Mit diesem Geld wurden die ersten Instrumente gekauft und bezahlt. Am 1. Oktober 1957 wurde der Klangkörper des Spielmannszuges um eine Marsch-Lyra für 482,50 DM, eine große Trommel für 174,00 DM und ein Paar Marschbecken für 140,00 DM bereichert.
Der Spielmannszug erhielt von den Lieferantenfirmen neben Werbung für Instrumente auch Notenmaterial der verschiedensten Musikrichtungen und anderes Werbematerial.
Später wurde noch eine zweite Lyra angeschafft und in dieser Formation: 6 Trommler, 10 bis 12 Flötisten, 2 Lyren sowie große Trommel und Becken wurde der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Middels in der ganzen Region bekannt und beliebt.




Den ersten Auftritt hatte der Spielmannszug beim Einholen eines neuen Löschfahrzeuges vom Schützenhof zum Feuerwehrgerätehaus. Danach folgten Auftritte bei den Schützen- und Feuerwehrfesten in Middels, Brockzetel, Willen, Wiegboldsbur, Webershausen und der ganzen Region.
Durch die Zusammenarbeit der Brüder Decker mit ihrer Sandkuhle in Middels und Baustoffhändler Adde Cassens in Esens, seinerzeit Major der Esenser Schützenkompanie, wurden die ersten Verbindungen nach Esens geknüpft und schon 1953 wurden wir zum Schützenfest in Esens eingeladen. Die Teilnahme an das Schützenfest in Esens war und ist heute noch der Höhepunkt der Schützen- und Volksfeste.
Das erste Mal, montags morgens zum Wecken, mussten wir an der Ecke Jücherstraße antreten. Da wir noch etwas Zeit hatten, haben wir uns mit einer Bäckerin und deren Tochter unterhalten. Die Mutter erzählte uns, dass sie noch eine Tochter hätte, die aber krank im Bett liege. Für uns kein Hindernis, der ganze Spielmannszug mit Instrumenten die steile Treppe hinauf in das Schlafzimmer im Obergeschoss und dann haben wir für die kranke Tochter ein Ständchen gegeben. Am nächsten Tag musste das Dach (glaube ich) neu eingedeckt werden.
Ein anderes Mal haben wir uns nach dem Mittagessen hinter dem Hauptzelt zum Schlafen gelegt, aber als wir um halb drei wieder antreten mussten, fehlte jedem Schläfer ein Schuh. Die weiblichen Bedienung der Wurstbude vor dem Hauptzelt hatten uns im Schlaf jedem einen Schuh geklaut. Die Schuhe mussten dann erst wieder eingelöst werden.
Beim Schützenfest 1962 wurden 14 Gründungsmitglieder für 10-jähriges Mitwirken beim Schützenfest Esens geehrt. Ab 1959 haben wir jedes Jahr einen Schützenkönig und einen Adjudanten in Esens ermittelt (Liste der Schützenkönige und Adjudanten siehe nächste Seite).

Wir haben aber nicht nur Musik gemacht sondern auch schöne Fahrten zu Land: nach Bremerhafen und Holland; zu Wasser: zu den Ostfriesischen Inseln und zu Luft: von Hamburg nach Bremen, wo der Bus von Hamburg leer nach Bremen gefahren ist.
Aber auch die sogenannten Teeabende kamen nicht zu kurz. Der schönste Teeabend war im Schützenhof, als dort eine Bayernkapelle übernachtete, die in Pfalzdorf ein Konzert gegeben hatte. Unser Teeabend ist an diesem Abend erst um 23.00 Uhr angefangen, weil wir vorher noch einen Löscheinsatz mit der Feuerwehr in Dietrichsfeld hatten und als wir so richtig in Stimmung gekommen waren, kam die Bayernkapelle von ihrem Einsatz aus Pfalzdorf hinzu. Gemeinsam haben wir dann bis morgens weitergefeiert.
25 Jahre Spielmannszug, da könnte man noch viel mehr schreiben und erzählen, ein Abend würde nicht ausreichen, lassen wir es aber mit diesen Zeilen bewenden.
Nach 25 Jahren wurde der Spielmannszug in eine Blaskapelle umgestaltet, hierüber jedoch an anderer Stelle mehr.




Nachdem die Feuerwehrmänner aus Middels rd. 25 Jahre im Spielmannzug musiziert hatten, kam der Entschluss ein Blasorchester zu gründen. Unter der Leitung von Lübbo Stekker wurde der Musikzug Middels gegründet.
Im Herbst des Jahres 1975 wurde der Spielbetrieb mit einigen Mitgliedern des Spielmann-zuges sowie neu geworbenen Musikinteressierten aufgenommen. Unter Ihnen befanden sich nun auch weibliche Mitglieder.
Da fast niemand ein Blasinstrument beherrschte und auch nur teilweise Notenkenntnisse vorhanden waren, musste Lübbo Stekker mit der Ausbildung ganz von vorne anfangen.
Bereits im Mai des folgenden Jahres hatte des Musikzug sein ersten Auftritt in Form eines Hochzeitsständchens. Da man zu diesen Zeitpunkt lediglich ein Potpourri spielen konnte, wurde es einfach dreimal unterteilt, so dass man nun gleich mehrere Musikstücke darbieten konnte. Dieses war auch der einzige öffentliche Auftritt in diesem Jahr.
Anfang des Jahres 1977 bestand der Musikzug aus 28 aktiven Musikern und im folgenden Jahr war die Gesamtstärke bereits auf 39 Mitgliedern angewachsen.

Die Besetzung stellte sich wie folgt dar:


1 Dirigent
9 Klarinetten
8 Flügelhörner
4 Trompeten
3 Tenöre
1 Bariton
3 Posaunen
3 Es-Hörner
2 Tubisten
5 Schlagzeuger

Da man begeistert bei der Sache war, wurde viel geübt und die Qualität der vorgetragenen Musikstücke verbesserte sich stetig.
So fuhr man bereits 1979 für 3 Tage zum Karneval nach Düsseldorf und nahm dort an den Umzügen in Neuss und Düsseldorf teil.
Es folgten in den nächsten Jahren noch weitere Auftritte in Bad Urach (Baden-Württemberg) sowie bei der Feuerwehr in Berlin-Schöneberg. Zweifelsohne der Höhepunkt während des fünfundzwanzigjährigen Bestehens des Musikzuges war die Konzertreise zu den Feierlichkeiten aufgrund der Wiedervereinigung nach Pritzwalk (Brandenburg). Alle Mitglieder waren damals sehr bewegt als man um Mitternacht in einem großen Festzelt die deutsche Nationalhymne spielte und die DDR aufhörte zu existieren.

Um das musikalische Niveau weiter zu verbessern wurde ab Anfang der 90er Jahre unter der Mithilfe von Berufsmusikern des Marinemusikcorps „Nordsee“ geprobt. Anfangs wurden mit Heinrich Horchler, später auch mit Eberhard Gajewski sowie Claus Westphal schwierigere Musikstücke eingeübt. Für den Musikzug komponierte Claus Wesphal vom Marinemusikcorps sogar den „Marsch der Freiwilligen Feuerwehr Middels“.


Nachdem Lübbo Stekker den Musikzug seit Beginn geleitet hatte, gab er im Jahre 1994 den Taktstock an Friedrich Müller ab, unterstützte ihn jedoch bis zu seinem Ableben im Januar 1999 als seinen Stellvertreter. Seinem Engagement verdankt die Feuerwehrwehrmusik sehr viel.

In dem Zeitraum von 01. Januar 1978 bis zum 31.12.2000 haben die Mitglieder lt. den vorliegenden Aufzeichnungen 896 Übungsabende mit 1792 Stunden sowie bei 788 Auftritten mit 2245,25 Stunden musiziert. Dieses entspricht einer Gesamtspielzeit von 4037,25 Stunden bzw. rd. 168 Tagen.

Dem Musikzug gehören augenblicklich 42 aktive sowie 33 fördernde Mitglieder an.

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